Buslinie 8 – Ortsbeirat Nordost ohne Kompromissbereitschaft

Ortsbeirat beschließt „Große Schleife“ und ignoriert Bürgerschaft

Wiesbaden – In der gestrigen Sondersitzung des Ortsbeirats Nordost zur umstrittenen Linie 8 haben sich erneut zahlreiche Bürgerinnen und Bürger eingefunden, um für eine geänderte Streckenführung zu werben. Auch die stellv. UFW-Fraktionsvorsitzende Susanne Pöpel nutzte die Gelegenheit, den Prüfantrag einer „Kleinen Schleife“ der Grünen-Fraktion zu unterstützen. Für den Kompromiss, der die Busbefürworter und Busgegner wahrscheinlich befriedet hätte, gab es jedoch keine Mehrheit.

„Leider konnte ich auch im Namen der vielen anwesenden Anwohner nicht dazu beitragen, dass die Mitglieder des Ortsbeirats sich wenigstens zu einer Prüfung unseres Vorschlags durchringen. Auch die anwesenden Bürger hatten den Eindruck, dass die Verantwortlichen das Thema lieber schnellstmöglich vom Tisch haben wollten – sachliche und vernünftige Argumente wurden ignoriert. Das Motto der Sitzung: Schnelligkeit vor Gründlichkeit“, sagt Susanne Pöpel.

So war es nicht verwunderlich, dass nach der Ablehnung des Kompromiss-Antrags verärgerte Bürgerinnen und Bürger den Raum verließen. Ebenso wurde die Stadtverordnete Pöpel von einem CDU-Mitglied des Ortsbeirats, der auch Stadtverordneter ist, persönlich angegriffen, nachdem sie darauf hingewiesen hat, dass der Kompromiss-Antrag die Linieneinführung nicht verzögere.

„Es ist vollkommen unverständlich, warum der Ortsbeirat in dieser Sache keine Bereitschaft gezeigt hat, wenigstens zu prüfen, ob eine Alternative möglich wäre, mit denen die Mehrheit der Anwohner leben könnte. Konstruktive Bürgerbeteiligung war nicht erwünscht. Gewonnen haben die Busbefürworter, die den Busgegnern nicht mit einem Kompromiss entgegenkommen wollten und auf einer Haltestelle mehr bestanden haben. Verloren hat das ganze Viertel, das insbesondere durch die CDU nun in zwei Lager gespalten bleibt“, so Pöpel abschließend.